Alte Volksschule

Nach der Jahrhundertwende entsprach das Schulgebäude nicht mehr den Erfordernissen des Unterrichts. Der Chronist schreibt dazu: „Was nicht mit der Zeit fortschreitet, bleibt hinter der Zeit zurück.“ Der Kreisarzt Dr. Mansholt stellte 1914 fest, dass das Gebäude wegen seines Zustandes die Gesundheit von Schülern und Lehrern gefährde. Da die Kosten für eine Reparatur zu hoch waren und auch der Platz des alten Gebäudes nicht geeignet erschien, wurde im Auftrag der Königlichen Regierung in Aurich beschlossen, eine neue Schule zu bauen. Den geeigneten Platz fand man „in dem Gartenland des Landgebräuchers Marten Sanders“, der geeignet war, zu 5 Reichsmark für den Quadratmeter das erforderliche Land abzutreten. Durch den Weltkrieg 1914/18 wurde aus diesen Plänen zunächst nichts. Erst im Frühjahr 1922 waren die neu aufgenommenen Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Schulverband soweit gediehen, dass im Mai der Schulbau in Angriff genommen werden konnte. Er wurde dem Baumeistern Koop und Pauk aus Weener übertragen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in unserem Lande waren damals schlecht; sie sind uns heute bekannt unter dem Begriff „Inflationszeit“. So beliefen sich die veranschlagten Kosten für das Schulgebäude mit drei Klassenräumen auf 1/2 Mill. Reichsmark. Neujahr 1923 zogen Schüler und Lehrer in das neue Schulhaus ein.

Das alte Gebäude wurde abgerissen und die Abbruchsmaterialien wurden öffentlich meistbietend verkauft. Und siehe da, die Verkaufssumme betrug 1 Mill. und 100.000 Reichsmark, so dass die Gemeinde nach Auszahlung der Bausumme für die neue Schule noch einen Überschuss von 600.000 Reichsmark behielt.

Quelle: „Beiträge zur Chronik eines Geestdorfes“