
Die Geschichte der alten freiadeligen Spennigaburg, eine Bauernburg, die um Jahre 1803 abgebrochen wurde, ist weniger bekannt. Ihr Mauerwerk war 1,75 – 1,80m stark. Der Erbauer oder Eigentümer hieß vielleicht Spenninga oder Spenge (der Name Spenge steht auf einer alten Kirchenglocke aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges 1644).
In einer alten Amtsbeschreibung heißt es, dass das Besitztum um 1750 – damals „Dotzensches Gut“ genannt – einem Hinrich Grijze und Consorten gehört hat. Später gelangte das Gut in den Besitz der Familie Groeneveld. Hindrick Groeneveld (1705-1780) heiratete im Jahre 1741 in Weener die begüterte Ockje Grijze (1715-1786), die auch ein Gebäude in Weener und die Spenningaburg in Stapelmoor erbte. Während des Sommers pflegten die Eheleute auf der Spenningaburg zu wohnen, in Winter auf ihrem Besitztum in Weener „De gezonde Broer“ (gesunder Bruder) genannt. Es ist das Haus in Weener, Norderstraße 32. Die Groenvelds und Grijzes gehörten damals zu den reichsten Familien im „Amt Leer“.
Erinnerung an Feldmarschall Blücher
Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher weilte nach dem erfolgreichen Kriege gegen Napoleon im Jahre 1796 oft zu Besuch bei dem damaligen Besitzer der Spenningaburg. Sein Husarenregiment lag in Weener im Quartier. Nach dem Rheinkrieg hatte ein Kordon preußischer Truppen ganz Ostfriesland besetzt. Blücher ermahnte seine Husaren: „Kinder, Ihr seid in einem befreundeten Lande: Es sind die Ostfriesen, ein freies Volk. Fordert nichts; was man Euch gibt, nehmt dankbar an. Ich vertraue darauf, daß Ihr hier niemand Anlaß zu Beschwerden gebt!“
Blücher wohnte bei dem Kriegsrat Schnedermann in Emden. Er war darauf bedacht, dass nur gutes Futter für die Pferde eingekauft wurde. Als ein Kommissär verdorbenen Hafer lieferte, fuhr ihn Blücher abends auf einem Ball an, wie er sich unterstehen dürfte, ihn unter die Augen zu kommen. Er sollte sich davonscheren. Blücher unternahm oft Wasserfahrten nach Nesserland, um dort zu baden oder zu jagen. 1803 schied er aus Ostfriesland, kehrte aber 1806 vor Ausbruch des Feldzuges noch einmal kurz zurück. Zum Abschied sagte er: „Ich fürchte, dass es diesmal schief gehen wird. Die Armee ist gut, aber die Anführer nicht, es sind zu viele Prinzen und „alte Perücken“ unter ihnen! Die Behandlung der Soldaten müsste besser sein.“ Damit ist auch die körperliche Züchtigung in den preußischen „Stockhäusern“ (Zuchthäusern) gemeint. Von der Achtung vor der Würde des Menschen war man damals noch weit entfernt.
Blücher lernte bei seinem Aufenthalt in Aurich die Tochter des Geheimen Rates von Colomb kennen, die seine Gemahlin wurde.
Quelle: Stadt Weener/Ems – Beiträge zur Heimatchronik; Aeilt Fr. Risius