1925

Die Ems – ein beliebter Badeort

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gab es an der Ems eine Badeanstalt. Diese wurde vor dem Ersten Weltkrieg abgebrochen. Anfang der 1920er Jahre warb der Turnverein Weener für die „Schwimmkunst“. Im Jahr 1925 wurde schließlich eine neue Badeanstalt am Emsufer geschaffen, die ab 1926 für Badefreuden zur Verfügung stand.

Um 1938 wurde dann die „Emsbadeanstalt“ eingerichtet und als öffentliche Einrichtung mehrere Jahrzehnte genutzt. Über lange Zeit war sie das einzige Flussbad in Ostfriesland und zog nicht nur Einheimische, sondern auch viele Besucher aus der weiteren Umgebung und dem Ausland an. Im Jahr 1953 wurde in das Flussbett ein massives Nichtschwimmerbecken – auch „Aalbacke“ genannt – eingebaut. Das Becken wurde täglich bei der Tide mit frischem Wasser gefüllt, so dass es auch bei Ebbe genutzt werden konnte. Viele Rheiderländer Kinder erlernten so dort das Schwimmen.

Auch wenn die Badeanstalt stets auf sehr gute Resonanz stieß und gut besucht war, wurde nicht jede Saison als voller Erfolg verbucht. Früher, so heißt es in einem Bericht der Rheiderland Zeitung im September 1966, sei noch bis in den späten Abend hinein Betrieb in der Badeanstalt gewesen. Nun aber bröckelt er schon kurz nach 19 Uhr spürbar – das Fernsehen mit seinen bunten Programmen, die Weltmeisterschafts-Übertragungen und andere Unterhaltungssendungen hätten die Badenden frühzeitig in die eigenen vier Wände zurückgerufen.
Überliefert ist auch, dass die alte Emsbadeanstalt unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke streng getrennte Öffnungszeiten für Männer und Frauen hatte. Und wenn ein Zug kam, habe der Bademeister den Frauen zugerufen: „Unnerducken! Der Zuch kummt!“

Die Emsbadeanstalt wurde mit dem Bau des beheizbaren Freibades („Friesenbad“) und der Eröffnung am 1. Juli 1972 aufgegeben. Nur ein paar Tage später wurde sie für einige Stunden nochmal zu neuem Leben erweckt, als die frischgegründete DLRG-Jugendgruppe Weener dort ihren ersten Übungsnachmittag durchführte – denn natürlich sei es ein ganz erheblicher Unterschied, ob Rettungsübungen im klaren Wasser eines Freibades oder im trüben Wasser eines stark strömenden Flusses durchgeführt würden, heißt es in einem Nachbericht der Rheiderland Zeitung. Auch heute noch wird immer mal wieder die Trainingsbahn des Friesenbades gegen die Ems-Fluten getauscht.