951

Weener wird erstmals urkundlich erwähnt


Friesen und Engländer hatten im 9. Jahrhundert die ersten Angriffe der Wikinger zu erleiden. Mit ihren kleinen, wendigen Schiffen drangen die „Normannen“ über die Flussmündungen und Priele tief landeinwärts ein.

So war es denn auch ein gewaltsamer Überfall durch Wikinger, der zur ersten urkundlichen Erwähnung Weeners führte. Der Großgrundbesitzer Reginhard aus Weener, der viele Ländereien in und um Weener besaß, wurde im 9. Jahrhundert von Wikingern verschleppt.

Am Ende, nach vielen Strapazen, gelang es seinem Schwiegervater, ihn aus der Gefangenschaft freizukaufen. Reginhard traf seine Ehefrau vermutlich nicht mehr lebend an. Er vermachte all seinen Besitz dem Benediktinerkloster Werden an der Ruhr und zog sich als Mönch aus dem weltlichen Leben zurück. In den Heberegistern des Klosters taucht damit um 951 zum ersten Mal der Name der Stadt unter anderem als „Weinere“ auf. So war der folgende Eintrag im Verzeichnis über die Einkünfte der Abtei zu lesen:

Reginhard tradidit sancto Liudgero pro ingressu suo in monasterium onnem hereditatem suam Weinere.
(Reginhard hat dem Heiligen Liudger für seinen Eintritt ins Kloster seine ganze Erbschaft in Weener übereignet.)

Dies bedeutete für das Kloster einen nicht unerheblichen Zuwachs. Aus dem Grundbesitz in und um Weener entwickelte die Abtei im 10. Jahrhundert einen der größten Wirtschaftshöfe in den Frieslanden. Weener lag als „Tor nach Ostfriesland“ verkehrsgünstig. Von hier wurden vor allem friesische Tuche und aus grauer Schafwolle gewebte Mäntel exportiert.

(Beiträge zur Heimatchronik, Aeilt Fr. Risius, 1979)